Die Traumtheorie nach A. Adler

Alfred Adler (1875 - 1961)

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Der österreichische Psychiater A. Adler war neben C.G.Jung und S. Freud einer der Begründer der Tiefenpsychologie.

Nach ihm ist der Traum eine Botschaft an sich selbst, die Aufschlüsse über persönliche Probleme und ungelöste Konflikte gibt.

Er glaubte, dass Träume die aktuelle Lebenssituation spiegeln. Sie enthüllten die Anpassungsziele und -probleme des Individuums.

Nur wenn Sie Ihre Träume als eine Ausdrucksform des Lebensstils betrachten, finden Sie für sie eine angemessene Deutung.

"In wiederkehrenden Träumen können wir den Lebensstil mit grosser Deutlichkeit ausgedrückt finden. Sie geben uns einen definitiven und unverkennbaren Hinweis auf das Ziel der Überlegenheit des Individuums. Ein wiederholter Traum ist eine wiederholte Antwort auf ein wiederholt konfrontiertes Problem".

Kurze Zeit vor A. Maeder war die vorausdenkende Funktion des Traumes auch von A. Adler betont worden

Er sah im Traum einen probeweisen Anschlag für das zukünftige Leben. Der Traum deutet nach ihm die Vorbereitung entsprechend der Lebenslinie des Träumers einer aktuellen Schwierigkeit gegenüber an.

Gerade der Ansatz einer finalen Betrachtungsweise menschlicher Ausdrucksphänomene ist bei A. Adler besonders erhellend und weiterführend in der Arbeit mit Träumen und Tagträumen.

"Eines Tages kam ich darauf, dass die wahre Bedeutung des Traumes vielleicht darin liegt, nicht verstanden zu werden: dass es vielleicht eine dynamische Kraft des Geistes gibt, die daran arbeitet, uns zu täuschen; und dass wir uns nicht durch die Gedanken täuschen, sondern durch die Affekte und Gefühle, die durch die Gedanken und Bilder eines Traumes hervorgerufen werden".

Er erkannte vorallem auch die Wichtigkeit der Traumdeutung - eines tiefenpsychologischen Traumverständnisses

So bedeuten nach ihm Fallträume möglicherweise die Furcht vor Prestigeverlust, Lähmungsträume die Warnung vor der Unlösbarkeit der Probleme.

Nacktträume bedeuten nach ihm die Furcht vor Blossgestelltwerden.

Flugträume deutete er als den Wunsch, sich zu erheben.

"Ein weiteres übliches und deutliches Traumsymbol ist das des Fliegens. Der Schlüssel zu solchen Träumen ist in den Gefühlen zu finden, die sie hervorrufen. Sie lassen eine Stimmung der Heiterkeit und des Mutes zurück. Sie führen von unten nach oben. Sie stellen die Überwindung von Schwierigkeiten und das Streben nach dem Ziel der Überlegenheit als leicht hin.

Sie erlauben uns deshalb, auf ein aktives, nach vorwärts schauendes und ehrgeiziges Individuum zu schliessen, das von seinem Ehrgeiz selbst im Schlaf nicht loskommt".

In den Flugträumen sah er eine Tendenz, sich überlegen zu fühlen.

S. Freud hingegen kam zu einem ganz anderen Ergebnis: "Lassen sie sich's nicht nahegehen, dass die oft so schönen Flugträume, die wir alle kennen, als Träume von allgemeiner sexueller Erregung, als Erektionsträume gedeutet werden müssen."

 
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