Sigmund Freud (1856 - 1939)

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Der österreichische Arzt und Psychoanalytiker Sigmund Freud war neben Alfred Adler und Carl Gustav Jung der wichtigste Begründer der Tiefenpsychologie.

Die Traumdeutung bildete sich schon bei den klassischen Völkern der Antike zur hohen Kunst aus und wurde bis in unsere Neuzeit weiterentwickelt. Die Aufklärung verwies dann die Traumdeutung in den Bereich des Aberglaubens, von dem sie dann erst Sigmund Freud wieder befreite, indem er sie wissenschaftlich begründete und alten Auffassungen wieder Geltung verschaffte. Als Mediziner erkannte er, dass Träume einen lebenswichtigen Sinn haben, die unser Inneres widerspiegeln und wichtige Rückschlüsse auf den seelischen Zustand zulassen. Von ihm und seinen wissenschaftlich begründeten Theorien aus beschritt die psychologische Traumforschung neue Wege.

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts erfolgte durch Freuds Bücher "Die Traumdeutung" und "Über den Traum" die entscheidende Wandlung, die den Traum wieder als sinnvolle psychische Leistung und deshalb als deutungswürdig anerkannte. In diesen Lehrbüchern wird die für die damalige Zeit revolutionäre These aufgestellt, dass der Traum ein sinnvolles Werk nächtlicher Seelentätigkeit ist.

S. Freud sieht den Traum als Produkt eines Triebwunsches und als Hüter des Schlafes an. Ehe er sich uns am Morgen als manifester Traum offenbart, soll eine komplizierte Traumarbeit stattgefunden haben, die in einem hypothetisch angenommenen latenten Traumgedanken ihren Ursprung hat.

Die Freudsche Traumtheorie beruht auf der Vorstellung, dass auch während des Schlafzustandes psychische Spannungen auftreten, die durch Träume verarbeitet werden sollen, wobei diese dazu dienen, die Spannungen auszugleichen und den Schlafzustand zu erhalten.

Er erhielt den profundesten Eindruck von der Möglichkeit, dass es gewaltige seelische Prozesse geben könnte, die dem Bewusstsein der Menschen dennoch verborgen bleiben.

Freuds revolutionärer Beitrag zur Traumforschung war seine Abkehr von der ausschliesslichen Beschäftigung mit dem manifesten Traumtext und die entschlossene Zuwendung zur Erfassung der regelmässig hinter ihm anzutreffenden dynamischen latenten Traumgedanken. Erst deren Kenntnis sowie die Verfolgung der Wege ihrer Verarbeitung zum manifesten Traumtext machte die Dynamik des Traumes verständlich und ermöglichte, seine spezifische Bedeutung zu erfassen. Freud hatte im wesentlichen eine mikroanalytische Methode beschrieben: Von einzelnen, oft winzigen und banalen Bestandteilen eines Traumes führen Assoziationen in u.U. weit entfernte Gebiete.

Die Symbolübersetzung liess er gelten.

Seine Traumerhellung war folgerichtig eine reduktive, während die prospektiven Tendenzen nahezu völlig unbeachtet blieben.

Ein teleologischer Aspekt wurde nicht angelegt. Freud hat lediglich erwogen, ob es telepathische Träume gäbe und betont, dass diese Träume kein spezifisches Traumproblem aufgäben.

Er hat uns die Grundlagen der Traumdeutung gegeben, aber sie werden erst wirklich fruchtbar, wenn sie überbaut werden von neueren Traumbeobachtungen, die neue Aspekte ermöglichen. Denn nicht die einfache Reduktion des Traumes auf irgendwelche Triebradikale ist das Entscheidende im Vollzug der Trauminterpretation, sondern die Erfassung seines prospektiven Gehaltes, aus dem die Möglichkeiten des Träumers ebenso sichtbar werden wie seine augenblickliche Situation.

Der Traum als Wunscherfüllung

Die klassische psychoanalytischen Theorie vertritt die Ansicht, dass Träume verdeckte Wunscherfüllungen sind.

Die Wunscherfüllung im Traum gehört nach Freud zum inneren Wesen des Traumes, gehört zu den substantiellen Bestimmungsstücken jedes Traumes.

Für ihn waren alle Träume Wunscherfüllungen, d.h., in den Träumen treten verdrängte und tabuierte Wünsche in symbolisch verkleideter Form auf, die ins Bewusstsein drängen, aber von diesem zunächst abgewehrt werden

Inzwischen ist aber erwiesen, dass bei Männern die Träume in ca. 25% der Fälle Wunscherfüllungen darstellen, während bei Frauen ca. 40% der Träume solche Wunscherfüllungen sind.

Freud postulierte auch die Existenz eines Traumarbeitsmechanismus oder Zensors, um sehr starke, sozial nicht akzeptierte Wünsche (meist sexueller Natur) in nicht unmittelbar verständliche, symbolische Bilder umzuwandeln.

Die Traumtheorie Freuds

Jeder Traum ist ein sinnvolles psychisches Gebilde.

Es gibt eine psychologische Technik, welche gestattet, Träume zu deuten, und dass bei Anwendung dieses Verfahrens jeder Traum sich als ein sinnvolles psychisches Gebilde herausstellt.

In der Traumdeutung empfiehlt er ein sorgfältiges Studium der Symbole in besonders durchsichtigen Träumen, in denen die Bedeutung des Symbols festgestellt werden kann.

Er schrieb, die Symbolisierung sei vielleicht das bemerkenswerteste Kapitel in der Traumtheorie. In der psychoanalytischen Literatur spielt sie eine grosse Rolle.

Mit Hilfe einer Kenntnis der Traumsymbolik ist es möglich, den Sinn einzelner Elemente des Trauminhaltes, oder einzelner Stücke des Traumes, oder mitunter selbst ganzer Träume zu verstehen, ohne den Träumer nach seinen Einfällen befragen zu müssen.

Wir nähern uns so dem populären Ideal einer Traumübersetzung und greifen anderseits auf die Deutungstechnik der alten Völker zurück, denen Traumdeutung mit Deutung durch Symbolik identisch war.

Die Traumsymbolik führt weit über den Traum hinaus. Sie gehört nicht nur dem Traume zu eigen an, sondern beherrscht in gleicher Weise die Darstellung in den Märchen, Mythen und Sagen, in den Witzen und in der Folklore.

Freud versuchte eine Theorie der universalen Traumsymbolik aufzustellen, die auf der Vorstellung beruhte, dass Träume hauptsächlich aus einer seelischen Schicht stammen, die sich in der frühen Kindheit bildet, wenn alle Menschen auf dieselbe Weise damit beschäftigt sind, grundlegende Erfahrungen mit ihrem Körper und seinen Funktionen zu machen und zu lernen, eine Beziehung zu Eltern und Geschwistern herzustellen.

Daher kommt die wohlbekannte Neigung der Psychoanalytiker, lange dünne Gegenstände als Penis-Symbole zu interpretieren, Öffnungen als Anus- oder Vagina-Symbole, geschlossene Räume als Mutterleib-Symbole, männliche Gestalten und wilde Tiere als Vater-Symbole, weibliche Wesen und sanfte Tiere als Mutter-Symbole, Insekten und kleine Tiere als Geschwister, runde Früchte als Brust-Symbole und dergleichen mehr.

Nachdem die moderne Forschung die Vorstellung erschüttert hat, dass Träume sich in erster Linie von Kindheitserlebnissen herleiten, ist Freuds ganze Theorie von der universalen Symbolik hinfällig geworden.

Bestenfalls sind seine Ideen Hinweise darauf, was einige Traumsymbole manchmal bedeuten können, schlimmstenfalls können sie echt irreführend sein, weil sie die Menschen dazu verleiten, bei ihren Träumen nach nur einer Art von Bedeutung Ausschau zu halten, während die wichtigste Regel sein solle, alle möglichen Bedeutungen aufzuspüren, die in Traum im Licht Ihrer derzeitigen Erfahrung haben kann.

Der Traum ist nach Freud also sozusagen eine Art Bilderrätsel, und die Kunst der Traumdeutung besteht darin, dieses Bilderrätsel wieder aufzulösen und auf die eigentlichen latenten Traumgedanken und Triebwünsche zu kommen, die in diesen Bildern verborgen liegen.

Die Traumsymbole sind oft viel- und mehrdeutig, so dass, wie in der chinesischen Schrift, erst der Zusammenhang die jedesmal richtige Auffassung ermöglicht. Mit dieser Vieldeutigkeit der Symbole verbindet sich dann die Eignung des Traumes, Überdeutungen zuzulassen, in einem Inhalt verschiedene, oft ihrer Natur nach sehr abweichende Gedankenbildungen und Wunschregungen darzustellen. Es ergeben sich ferner neben den typischen Symbolen, d.h. solchen mit einer gewissen Allgemeinverbindlichkeit, eine Unmenge individueller Symbole.

S. Freud fasst die Symbolsprache als eine Art Geheimcode auf und die Traumdeutung als dessen Dechiffrierung

So haben die meisten von uns schon einmal geträumt, sie befänden sich nackt in der Öffentlichkeit. Für S. Freud bedeutete das den Wunsch, die Kindheitserfahrung ungenierter Nacktheit wieder zu erleben, die Freiheit des Paradieses vor dem Sündenfall.

Träume vom Tod eines geliebten Menschen deutete er als den versteckten Kindheitswunsch nach Beseitigung eines Rivalen, und Träume von verpassten Zügen waren für ihn Tröstungs-Träume: da der abfahrende Zug ein Todessymbol ist, tröstet sich der Träumer mit der Versicherung, dass er nicht sterben werde.

Träume von ausgefallenen Zähnen bedeuten Kastrationsängste, behauptete Freud.

Schwimmen und Wasserträume sind Phantasien von Empfängnis, Mutterleib und Geburt - den Zeiten grösster Geborgenheit.

Träume von Räubern, Dieben und Gespenstern sind infantile Erinnerungen an Eltern, die an das Bett des schlafenden Kindes traten.

Der Räuber steht dabei für den Vater, das Gespenst für weibliche Figuren in weissen Nachtgewändern.

Freud vertrat die Auffassung, dass königliche Figuren in Träumen fast immer Symbole von Eltern oder anderen nahen Verwandten des Träumers seien und Kindheitswünsche oder -konflikte ausdrückten.

Er vertrat die Ansicht, dass Häuser oft den Körper symbolisierten und Teile von Häusern die verschiedenen Organe.

Beispielsweise könnten Säulen und Pfeiler die Beine darstellen, Türen bedeuten Körperöffnungen, Balkone und Veranden Brüste, Wasserleitungen die Harnwege usw.

Auszüge aus seinen Lehrbüchern:

"Die Traumdeutung" und "Über den Traum"

..scheint die Volksmeinung an dem Glauben festzuhalten, dass der Traum denn doch einen Sinn habe, der sich auf die Verkündigung der Zukunft bezieht, und der durch irgend ein Verfahren der Deutung aus seinem oft verworrenen und rätselhaften Inhalt gewonnen werden könne.

Die in Anwendung gebrachten Deutungsmethoden bestehen darin, dass man den erinnerten Trauminhalt durch einen anderen ersetzt, entweder Stück für Stück nach einem feststehenden Schlüssel, oder das Ganze des Traumes durch ein anderes Ganzes, zu dem es in der Beziehung eines Symbols steht.

Zu meiner grossen Überraschung entdeckte ich eines Tages, dass nicht die ärztliche, sondern die laienhafte, halb noch im Aberglauben befangene Auffassung des Traumes der Wahrheit näher kommt.

Der Traum hat wirklich eine Bedeutung und ein wissenschaftliches Verfahren der Traumdeutung ist möglich.

Träume sind einer Deutung fähig.

Der Traum hat wirklich eine Bedeutung, und ein wissenschaftliches Verfahren der Traumdeutung ist möglich.

Die Traumdeutung ist die Via regia zur Kenntnis des Unbewußten im Seelenleben.

Er ist ein vollgültiges psychisches Phänomen, und zwar eine Wunscherfüllung.

Eine hoch komplizierte geistige Tätigkeit hat ihn aufgebaut.

Jeder Traum hat einen Sinn und psychischen Wert.

Träume entspringen wesentlich seelischen Anregungen und stellen Äusserungen seelischer Kräfte dar, die tagsüber an ihrer freien Entfaltung behindert sind.

Durch besondere Verfahren muss man den manifesten Traum auf die (oft im Sinn geradezu gegenteiligen) latenten Traumgedanken zurückführen, will man ihn verstehen.

Derjenige Vorgang, der den (latenten) Traumgedanken zum (manifesten) Trauminhalt werden lässt, bewirkt also eine Traumentstellung. Die Traumarbeit (d.h. Vorgänge, die den latenten Traumgedanken in den manifesten Traum überführen) steht im Dienst der Traumentstellung.

Die Traumarbeit hat verschiedene Möglichkeiten, die Traumentstellung zu erreichen.

Dazu gehören:

die Verdichtung

Gemeinsamkeiten zwischen den Traumgedanken werden dazu herangezogen oder neue, künstliche und flüchtige geschaffen.

die Verschiebung

Wichtige Aspekte des Traumgedankens werden im Traum als nebensächlich dargestellt. Unwichtige Teile des Traumgedankens, die als Traumelemente auftreten, werden überbetont.

die Regression

Aus Gedanken werden Bilder erzeugt. Die Traumgedanken werden in eine plastische Situation transformiert. Die Traumgedanken werden auf das wesentlichste reduziert.

die sekundäre Bearbeitung

Lücken werden geschlossen. Der Traum wird so verändert, dass er oberflächlich betrachtet logisch erscheint. Auch Gedankengänge werden eingefügt.

Traumgedanken und Trauminhalt liegen vor uns wie zwei Darstellungen desselben Inhaltes in zwei verschiedenen Sprachen, oder besser gesagt, der Trauminhalt erscheint uns als eine Übertragung der Traumgedanken in eine andere Ausdrucksweise

S. Freud unterscheidet 4 Mechanismen der Traumentstellung und Zensur:

Verdichtung

Verschiebung

Rücksicht auf Darstellbarkeit

Symbolisation

Nach ihm ist der Traum eine Wunscherfüllung.

Es gibt  3 Klassen von Träumen

solche, die einen unverdrängten Wunsch unverhüllt darstellen; dies sind die Träume von infantilem Typus, die beim Erwachsenen immer seltener werden.

die Träume, die einen verdrängten Wunsch verhüllt zum Ausdruck bringen; wohl die übergrosse Mehrheit aller unserer Träume, die zum Verständnis dann der Analyse bedürfen.

die Träume, die zwar einen verdrängten Wunsch darstellen, aber ohne oder in ungenügender Verhüllung. Dieser letzten Träume sind regelmässig von Angst begleitet, welche den Traum unterbricht.

Nach ihm ist der Traum ein vollgültiges psychisches Phänomen, und zwar eine Wunscherfüllung. Eine hoch komplizierte geistige Tätigkeit hat ihn aufgebaut. Jeder Traum hat einen Sinn und psychischen Wert. Wunscherfüllung ist seine einzige Absicht.

 
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