Wilhelm Stekel

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Stekel hat Freud darin übertroffen, dass er den reinen Bildwert des manifesten Traumes schätzte und darauf seine Deutungen aufbaute. Er war der Meinung, dass sich das Latente bereits im Manifesten verrät. Der manifeste Traum und der latente Traum liegen auf derselben topographischen Basis.

Schlafen heisst nach Stekel, seine Vergangenheit erleben, seine Gegenwart vergessen und seine Zukunft ahnen.

Er fand seine Symboldeutungen auf dem Wege der Intuition, kraft eines ihm eigenen Vermögens, die Symbole unmittelbar zu verstehen.

Auch erkannte er schon, dass sich in jedem Traum die tragende Idee des Träumers als Leitmotiv und in Leitlinien offenbart.

In seinem Buch "Die Sprache des Traumes" äussert er sich über Traumsymbolik wie folgt:

Der Traum führt seine Bilder in einer geheimen symbolischen Sprache vor.

Diese Sprache ist gleichzeitig die Sprache der ersten Menschen. Denn sie drückten sich gleichfalls in symbolischer Art aus.

Die ersten Schriften sind Symbolschriften. Ein Schwert bedeutete Kampf, ein Baum die Natur, ein Blitz die Gottheit usw.

Die Traumdeutekunst verlangt eine Auflösung dieser symbolischen Sprache in die des Alltags.

Die eigene Schulung zum Lesen des Traumes besteht in einer veränderten Auffassung der Sprache, in einem Aufspüren der Zweideutigkeiten und einer Kenntnis der Symbolismen und Vorgänge der Traumentstellung.

Die Bedeutung der Symbolik für das menschliche Leben wird noch immer unterschätzt.

"Alle Kunst ist Symbolik", sagt Feuchtersleben. "Als die wichtigste Aufgabe meines Lebens", sagt Hebbel, "betrachte ich die Symbolisierung meines Innern".

Wir sind durchsetzt von Symbolik. Die Sprache, die Gebräuche, die Gesten, die Gedanken sind mehr oder minder versteckte Symbolismen.

Das Verständnis der Symbolik ist die Grundlage der Traumdeutung.

Die Symbolik kann den Schlüssel zu einer Traumdeutung liefern.

Der Traum spricht also eine symbolische Sprache, und mit der Auflösung der Symbolismen ist eine Erklärung des Traumes möglich.

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