Tiefschlaf

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Nach einem Stadium der Übergangs zwischen Wachen und Schlafen versinkt man in Tiefschlaf. 1 Stunde später folgt ein Auftauch-Stadium, in dem man träumt. Nach 10 Minuten versinkt man erneut in Tiefschlaf. Diese `Wellenbewegung` folgt noch etwa 5- bis 5mal, wobei die Schlaftiefe immer geringer wird, die Traumdauer dagegen immer länger. Zwischen der 7. und 8. Stunde steigt man dann wieder in die Welt des Tagesbewusstseins auf. In den 8 Stunden eines typischen gesunden Schlafs träumt man rund 120 Minuten, also 25%. Dieses nächtliche Schema ist ebenso universal wie der Schlaf selbst, und es ist ebenso regelmässig wie die Bewegungen der Planetenkörper. Während der REM-Phase liegt der Träumer wie gelähmt da; seine Muskeln sind so schlaff, dass sie das Kinn und den Kopf nicht mehr halten können. Die EEG-Kurven zeigen jedoch deutlich, dass gleichzeitig im Gehirn ein regelrechter Aktivitätssturm herrscht, so als stünde der Schläfer unter panikartiger Angst oder Erregung. Herzschlag und Blutdruck werden unregelmässig wie bei starken Gefühlswallungen. Der Sauerstoffverbrauch steigt rapide an; dann ist der Schläfer plötzlich wieder wie in einer Atemnot. Die Hormonzufuhr erreicht einen Höchststand. Zugleich steigt die Temperatur des Gehirns leicht, aber doch merklich an. Es sieht so aus, als erfahre der normale Schläfer jede Nacht eine Bewusstseinssteigerung. Kaum einer der 4 bis 6, manchmal 7 Träume, die wir pro Nacht erleben, wird uns auch bewusst.

Auch im Tiefschlaf ist das Erleben nicht ganz erloschen. Hier herrschen optisch-plastische Bilder vor. Die Übergänge vom Wachen zum Schlafen zeigen eine allgemeine Steigerung des "Vorstellungslebens", ein Plastischerwerden der Bilder mit zunehmender Schlaftiefe. Die Suggestionskraft der Traumbilder nimmt mit wachsender Schlaftiefe zu. Die reinen archetypischen Bilder entfalten zweifellos die grösste suggestive Wirkung, sie treten bei Tiefschlaf auf und sind rein visuelle Träume. Die plastisch-leibhaftigen Erlebnisse beim ursprungsnahen Auftauchen der Traumbilder bringen es mit sich, dass sie als Wirklichkeiten erlebt werden. Im Traum des Tiefschlafes fehlt der Wirklichkeitscharakter der Bilder nicht. In je grösserer Nähe zum Unbewussten die Bilder erlebt werden, um so wirklicher werden sie erlebt. Wir träumen immer, können uns aber nur an bestimmte Träume erinnern. Gerade weil auch der Tiefschlaf Träume bringt, legt die Gewissheit nahe, dass wir ständig träumen. Das Träumen würde sich dann auch im Wachleben fortsetzen, wäre hier aber gänzlich unbemerkbar wegen der Helligkeit des Bewusstseins.

P. Bjerre hält das Träumen für einen ständigen Lebensvorgang.

W. Stekel lässt uns vom ersten bis zum letzten Tag unseres Lebens ununterbrochen träumen.

Auch nach S. Freud beginnt die Traumarbeit bereits vor dem Einschlafen.

Auch C.G. Jung glaubt, dass wir immer träumen.

Der Schlaf ist kein einheitlicher Zustand, sondern eine regelhafte Abfolge verschiedener Schlafstadien.

Wach- und Traumbewusstsein sind zwei durchaus verschiedene Bewusstseinsstrukturen.

Neben dem Wachbewusstsein und dem Traumbewusstsein wird in der indischen Psychologie in auffallender Übereinstimmung mit den neuen Erkenntnissen über den NREM-Schlaf als 3. Bewusstseinszustand der Tiefschlaf unterschieden, in dem der doppelte Wahn des Wachens und des Träumens verschwindet.

Es werden 5 Schlafstadien unterschieden:

Dabei verlangsamt sich mit zunehmender Schlafvertiefung die Hirnstromaktivität.

Die EEG-Stadien 1 bis 4, die in ihrer Numerierung auch gleichzeitig die Abfolge nach Einsetzen des Schlafs aufgreifen, zeigen in ihrem Wellenmuster eine fortschreitende Schlafvertiefung, die in einer Verlangsamung der Frequenz und einer Erhöhung der Amplituden zum Ausdruck kommt.

Folgende Bewusstseinsphasen werden unterschieden, wovon die Träume vorallem in der Alpha-, Theta- und Deltawellenebene vorkommen.

Beta-Wellen: 14-30 Hertz

Tagesbewusstsein-Anstrengung

Schnelle Frequenzen, kennzeichnend für den angespannten, aufmerksamen Wachzustand

Alpha-Wellen: 7-14 Hertz

Entspannung bei vollem Bewußtsein. In dieser Phase haben wir direkten Einfluss auf unser Unterbewusstsein

Sie stellen sich vor allem dann ein, wenn ein Mensch entspannt ist und seine Aufmerksamkeit von der Aussenwelt abwendet

Theta-Wellen: 4-7 Hertz

Schlaf

Im Schlafstadium (REM-Phasen, aktiver Schlaf) sind zusätzlich zum EEG die Augenbewegungen und die Muskelspannung bedeutsam.

Es treten Salven ruckartiger schneller Augenbewegungen auf, und die Muskelspannung verschwindet völlig. Es kann sich aber auch der Puls beschleunigen und die Atemfrequenz erhöhen.

Die NREM-Stadien 2 bis 4 und die REM-Phasen wechseln einander in Zyklen von etwa 11/2 Std. ab.

Tiefschlaf (Stadium 3 und 4) tritt nur in der ersten Nachthälfte auf. Die REM-Phasen werden gegen Morgen länger.

Delta-Wellen: bis 4 Hertz

Tief-Schlaf

Eine Zunahme langsamer, grosser und gleichmässiger Schwingungen sind für Stadium 3 spezifisch.

Diese sogenannten Delta-Wellen sind dann in Stadium 4 das dominierende Merkmal.

Stadium 3 und 4 gelten als Phasen des Tiefschlafs, was sich unter anderem auch daran zeigt, dass hier der Schläfer besonders schwer aufzuwecken ist.

In mehreren Untersuchungen wurden Träume, die aus allen Stadien des NREM-Schlafs, auch aus dem Tiefschlaf stammten, als eher kurze Erlebnisse beschrieben, deren Eindrücke fragmentarisch und unverbunden sind.

Sie sind in ihrem Ausdruck eher gedankenartig, beziehen sich meistens in realistischer Weise unmittelbar auf das Wacherleben, wobei der Träumer gefühlsmässig häufig nicht einbezogen ist.

Sie stehen somit in ihren formalen Merkmalen dem Einschlaferleben nahe, sind aber in ihren Ausdrucksqualitäten weniger anschaulich und sinnenhaft.

Die NREM-Träume werden charakterisiert durch eine geringe Reichhaltigkeit der Traumelemente, eine eher fragmentarische Struktur und vorwiegend statische Eindrücke.

In den NREM-Träumen stehen weiterhin realitätsbezogene Themen im Vordergrund.

Die psychische Aktivität im NREM-Schlaf ist einerseits spezifisch charakterisiert durch einen hohen Anteil gedanklicher Elemente, die wie beim Einschlaferleben realitätsbezogen sind und eine eher fragmentarische Struktur aufweisen.

Andererseits kommen längere NREM-Träume dem szenischen Erleben im REM-Schlaf nahe, auch wenn ihre dramatische Ausgestaltung weniger differenziert ist.

Träume im landläufigen Sinne spielen sich in der REM-Phase ab, die anderen Stadien werden unterteilt in die Phasen 1 bis 4. Die Phasen 3 und 4 entsprechen dem Tiefschlaf. Hier kommen neben den archetypischen Träumen auch die echten Alpträume vor.

Der New Yorker Psychoanalytiker Charles Fisher hat als erster das Phänomen der Alpträume eingehend im Schlaflabor untersucht und herausgefunden, dass Alpträume ausschliesslich an den Tiefschlaf gebunden sind.

Er konnte bei vielen Schläfern, die unter Alptraumattacken litten, beobachten, wie während des ruhigen Tiefschlafs ganz unvermittelt der Puls auf das zweifache anstieg, die Schläfer hochschreckten und Minuten brauchten, bis sie realisierten, wo sie sich überhaupt befanden.

 

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