Traum-Visionen

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Viele von uns sind schrecklich unempfänglich für das Wesen persönlicher Träume und unserer kollektiven Träume, die wir als Mythen kennen. Die meisten unter uns sind blind für die unglaublich inhaltsreichen Visionen und Anregungen der Traumwelt.

Alle amerikanischen Ureinwohner hielten den Traum für das Zentrum des Lebens und für die Quelle und den Grund aller Angelegenheiten des Geistes. Sie sahen den Traum als die Reisen des inneren Wesens in eine andere Welt an, die so wirklich und greifbar waren, dass jedes Ereignis dort ein ähnliches in seinem Wachzustand zur Folge haben würde.

Wir nehmen einfach nur das wahr, was wir wahrzunehmen gelernt haben. Wenn das stimmt, könnten die ältesten Texte, die davon ausgehen, dass die Welt nichts als Illusion und Traum ist, recht haben. Die alten Seher glaubten, dass die Energie der Existenz wirklich genug ist, doch unsere Deutung oder Beschreibung ist unsere vollkommen eigene Schöpfung. Wir wurden alle darauf programmiert zu glauben, dass die Welt aus Dingen besteht und nicht aus einem unendlichen Gewebe miteinander verbundener Energien.

Im Traum jedoch können wir aus dieser Zwangsjacke festgelegter Wahrnehmung aussteigen und die Gelegenheit wahrnehmen können, andere Reiche zu besuchen oder unsere Zwangslage aus einem übergeordneten Blickwinkel zu sehen. In Träumen können wir uns frei in andere Reiche bewegen, und dies wird durch die vielen Berichte von luziden Visionen, die von Heiligen, Schamanen, Mystikern und Sehern geliefert wurden, untermauert.

Alle Mystik-Schulen, ob sie von einem Weisen oder einem Zauberer gegründet wurden, haben Methoden, die durch klares Träumen systematisch den Aufmerksamkeitspunkt verschieben können. Die Wachsamkeit des Träumers wird dann mit recht stabilen, aber gänzlich anderen Energiebündelungen der Welten verbunden. Diese Welten sollen so wirklich wie unsere eigene sein, und es gibt zahllose Beschreibungen Überzeugung des Träumers, etwas viel Wirklicheres als einen Traum erlebt zu haben

Wie der weise Cayce sagte, sind "Träume Visionen, die konkrete Form erhalten können", und in Träumen erhalten die realen Hoffnungen und Möglichkeiten des Träumers Gestalt und Gewicht, um uns zu kreativem Tun anzuregen.

Der überbewusste Traum beispielsweise erwächst aus einem ausserhalb des Träumers liegenden Bereich. Zu dieser Gruppe gehören Erfahrungen wie Hellseherlebnisse, Visionen, ekstatische Verzückungen, Gotteserlebnisse usw.

Nach dem grossen Traumdeuter Artemidor von Daldis gibt es 5 verschiedene Kategorien von Traumgebilden:

  1. der Traum

  2. das Traumgesicht

  3. das Orakel

  4. das Phantasma (oder die pure Einbildung)

  5. die Vision

Macrobius unterscheidet in Anlehnung an ältere Kollegen ebenfalls 5 Klassen:

 

1. Oneiros= somnium = Grosser Traum

2. Horama = visio = Blick in die Zukunft

3. Chrematismos = oraculum = eine verehrungswürdige Person tritt auf und sagt uns, was wir zu tun haben

4. Enhypnion = insomnium = alltägliche Ereignisse, die unwichtig bleiben. Liebe, Essen, Geld, Feinde, Ansehen, sogenannte Tagesreste.  

  • Das insomnium kann aus 3 Quellen stammen:

  • a) aus Bedrängnis des Geistes

  • b) aus Bedrängnis des Körpers (Leibreiz)

  • c) aus Zukunftssorgen

5. Phantasma = visum = hypnagogische und hypnopompische Visionen im Halbschlaf.

 

Augustinus kam zur Erkenntnis, dass Spuren von Aktivität "unbewusst" geweckt und aktiviert werden können und dass so die Gedanken und Träume hervorgerufen werden. So waren für Augustinus die Träume bereits Ausdruck menschlicher Bedürfnisse bzw. Phantasiegebilde, die durch das aktive Denken und Betrachten entstehen, oder aber passiv aufgenommene Visionen.

Der Traum besagt nicht nur etliches über unsere Vergangenheit, ihm wohnen überdies viel zu wenig beachtete und genutzte visionäre Kräfte inne.

Der hebräischer Erklärer Damid Kimchi (um 1200): sagte beispielsweise: "Was der Mensch in seinem Traum sieht, heisst Vision, obwohl es keine Prophetie ist."

Überwelt-Träume

Sie entspringen aus der kulturellen Trance und sprengen alle Ketten. Sie erreichen metaphysische Dimensionen. In Überwelt-Träumen besteht die Seele ihre grossen Abenteuer oder frischt sie aus einem elan vital wieder auf, um Sphärennähe zu erlangen. Alle Traumthemen der Levitation, des Aufsteigens oder Schwebens, des Fliegens, aber auch alle Körperaustritte und Astralreisen gehören hierher.

Geistige Träume

Sie gründen noch tiefer. Entweder stammen sie aus den archaischen Tiefenschichten des Unbewussten und schwemmen Elemente aus grauer Vorzeit hoch oder sie kommen aus dem Überbewussten und fallen als Lichtenergie des höheren Selbst von oben her durch das Scheitelchakra ein, um dann zu grossen Visionen vor dem inneren Auge zu werden. Kosmische Erfahrungen gehören hier dazu. Die ersteren Träume nannte C.G.Jung archetypische Träume aus dem kollektiven Unbewussten. Die anderen sind schon eine höhere Form der Begnadung, bei der uns auch kosmische Aufschlüsse und Hinweise, mediale Durchsagen und gewichtige Menschheitsgebote gegeben werden können.

Viele Visionen von Hildegard von Bingen beispielsweise erschienen ihr im Schlaf und werden für besonders mächtige geistige Träume gehalten.

Träume vom Erwachen

Nach der alten Philosophie der hinduistischen Vedanta besitzen wir 3 Hauptbewusstseinszustände.

Diese sind Wachen, Träumen und bilderloses Schlafen.

Es gibt einen 4. Zustand, Turiya, der alle drei vereinigt und das letzte Ziel aller Träume des Erwachens ist.

Jeder dieser Zustände kann in volle Luzidität übergehen und wahrscheinlich das gesamte menschliche Potential bündeln.

 

Die 5 Schilde

In den klassischen Texten der Vedanta wird gesagt, dass das Selbst von 5 Körpern umgeben wird, die als Nahrungs-, Lebens-, Geist-, Denk- und Freudenschild bezeichnet werden.

Der Nahrungsschild ist der physische Körper, der Sitz des Wachzustands.

Der Lebensschild ist jener, der die inneren Kräfte der Lebenskraft und die äusseren Gefühle festlegt.

Geist- und Denkschild sind Quellen des Trennens und Erkennens, die eine Person in "ich" und "mein" aufteilen.

Der Lebensschild und die Schilde des Geistes und des Denkens fassen den feinen Körper zusammen, den Sitz des Traumzustandes.

Der Freudenschild soll die anderen Schilde im Wach- und Traumzustand projizieren.

Alle Schilde verschmelzen im tiefen Schlaf in diesem flüchtigen Schild.

Die 7 luziden Traumkörper

Anstelle von 5 Schilden kennen tantrische Kulturen und die Sufis aus dem Nahen Osten 7 luzide Traumkörper. Diese Körper ähneln den 5 beschriebenen, sind jedoch in einer Hierarchie spirituellen Bewusstseins angeordnet, nämlich als der physische, ätherische, astrale, mentale, spirituelle, kosmische und der nirwanische Traumkörper. Jeder Traumkörper träumt offenbar nach seinen eigenen Regeln und innerhalb seiner spezifischen Reiche.

Der Klarträumer erforscht langsam jede Ebene und nähert sich der nirwanischen, wobei die Traumwelten ein immer grösseres Mass an "Wirklichkeit" bekommen.

Der physische Traumkörper

Er besitzt seine eigenen schlichten projizierten Phantasien, seine eigenen körperbezogenen Träume der Wunscherfüllung. Im Klartraum findet man sie in sexuellen Phantasien oder anderen Wünschen, die der Träumer in der wachen Welt unterdrückt hat. Nach den Tagebüchern luzider Reisender wandelt sich die Befriedigung sexueller, materieller oder anderer körperlicher Wünsche schnell in Verwunderung, besonders über den Traumzustand selbst, und aktiviert auf diese Weise die anderen Traumkörper.

Der ätherische Traumkörper

Er wird am ehesten bei ausserkörperlichen Erfahrungen eingesetzt. Wenn der Träumer in einem nicht-luziden Zustand ist, wird das ätherische Reisen nur als ein Traum erinnert, doch wenn man wach und bewusst wird, kann der Träumer seinen Körper überallhin dirigieren. Der ätherische ist der erste und wahrscheinlich der einzige, den die meisten Menschen in einer ausserkörperlichen Erfahrung oder in einem Flugtraum erfahren.

Der astrale Traumkörper

Er kann in die Vergangenheit reisen und mit dem Besuch von C.G.Jungs kollektivem Bewußtsein gleichgesetzt werden, obwohl er sehr oft mit dem ätherischen verwechselt wird. Der Traumkörper, den - in mystischen oder psychischen Begriffen - die meisten Klarträumer zu bewohnen scheinen, sobald sie etwas erfahrener sind, ist der astrale Körper. Jene Träumer, die sich nicht mit dem östlichen oder westlichen Jargon der Esoterik auskennen, nennen ihn den "Traumkörper" oder sogar den "zweiten Körper". Dieser zweite Körper wird als ein spirituelles höheres Selbst oder als Seele verstanden.

Viele der exotischeren und visionären Zustände ähneln verdächtig luziden Träumen.

Astrale oder ätherische Projektionen des zweiten Körpers, die man normalerweise in einer ausserkörperlichen oder todesnahen Erfahrung erlebt, ähneln Träumen. Und vor allem ist diese Projektion in ihrer Klarheit und ihrer offenbaren Wirklichkeit beinahe untrennbar und oft zu verwechseln mit klarem Träumen.

Der mentale Traumkörper

Er kann sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft des Träumers reisen, und im Falle eines Schamanen in die Vergangenheit oder Zukunft eines Volkes. Dies ist ausserdem der Körper der Macht, der von Zauberern und Schamanen benutzt wird. Er ist ohne Zweifel der gefährlichste Traumkörper von allen, denn es heisst, er könne alles verwirklichen, was der Träumer wünscht. Was bedeutet, dass der Träumer ständig auf der Hut sein muss, um keine Traumexistenzen zu schaffen, die von Dämonen bis zu Buddhas reichen können.

Der spirituelle Traumkörper

Er soll fähig sein, die Ewigkeit zu betreten, wo, wie Christus einmal über das Königreich des Himmels sagte, "es keine Zeit mehr gibt." Dies ist wahrscheinlich das Reich der archetypischen Mythen, die Grundlage der kollektiven Träume sind. In dieser Region gibt es keinen Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit, dem Mond oder seiner Spiegelung auf dem Wasser.

Der kosmische Traumkörper

Er träumt vom Unendlichen hinter Zeit und Raum.  Dies ist das Reich des sogenannten "Grossen Traums", wo Ding und Geist eins werden. Dies ist der Körper, den der sufische Mystiker Shamsoddin Lahiji vielleicht benutzt hat, als er das Reich des Lichts sah.

Der nirwanische Traumkörper

Als letzter ist er derjenige, der nur von einem erleuchteten Wesen beschrieben werden kann, einem Buddha, einem Moses oder Laotse. Sogar diese sagen alle etwas anderes darüber aus. Dieser Körper soll gleichzeitig von nichts und allem träumen, von Geräusch und Stille. Es gibt keine Zweiheit, nur den Moment, der sich entfaltet und wieder verschwindet.

 
Das Traum-Fernlehrgangs-Angebot

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Dieser Fernlehrgang ist geprüft und zugelassen von der "Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht" in Köln unter der Zulassungsnummern II/167.

Sie haben 3 Möglichkeiten der Kursbelegung:

  1. per e-learning. Mit diesem Studienlehrgang für EUR 298.-- haben Sie vollumfänglichen Zugriff auf den Lehrstoff über www.trauminstitut.com Mit Ihrem Browser arbeiten Sie sich in die 10 Lektionen per Internet ein. Nach Kursende erhalten Sie das Abschlussdiplom zur Traumanalytikerin.

  2. per PDF-Download. Mit diesem Kurs für EUR 348.-- werden Ihnen die einzelnen Lektionen nach Ihren Zeitvorgaben als PDF-Datei zugestellt. Nach Kursende erhalten Sie das Abschlussdiplom zur Traumanalytikerin.

  3. Fernlehrgang mit schriftlichen Unterlagen per Post. Wenn Sie diesen Lehrgang lieber als Fernlehrgang machen möchten belaufen sich die Kosten auf EUR 398.-- . Sie bekommen dann alle 2 Wochen die Unterlagen per Post zugesandt. Nach Kursende erhalten Sie das Abschlussdiplom zur Traumanalytikerin.

 

Informationen zum Traum-Fernstudienlehrgang

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kurs@trauminstitut.com oder Tel. 0041 71 6700320

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